Family Office Definition – Was ist ein Family Office?

Ein Family Office ist eine spezialisierte Einrichtung für große Familienvermögen. Es bietet Dienstleistungen rund um Vermögensverwaltung, Erhalt und Vermehrung. Diese Einrichtungen agieren als unabhängige Berater im Bereich Private Wealth Management und Finanzberatung. Sie sind ausschließlich den Interessen der Familie verpflichtet.

Die Hauptziele eines Family Office sind der langfristige Vermögenserhalt und das generationenübergreifende Vermögenswachstum. Zudem zielt es auf die Vermögensübertragung ab.

In Europa gibt es über 4.000 Firmen, die Family-Office-Dienstleistungen anbieten. Rund 750 dieser Firmen konzentrieren sich ausschließlich auf die Geschäfte einer einzigen Familie. Single Family Offices verwalten Anlagevermögen von mindestens 100 Millionen US-Dollar. Die empfohlene Mindestgröße für ein Single Family Office liegt bei 500 Millionen Schweizer Franken.

In Deutschland gibt es mindestens 300 Single Family Offices. Die meisten davon wurden ab 1970 gegründet. Diese Einrichtungen bieten umfassende Dienstleistungen. Dazu gehören Vermögensplanung, Rechts- und Steuerberatung, Risikomanagement und strategische Familienberatung.

Schlüsselerkenntnisse

  • Family Offices sind auf die Vermögensverwaltung großer Familienvermögen spezialisiert.
  • In Europa gibt es über 4.000 Firmen, die entsprechende Dienste anbieten.
  • Single Family Offices verwalten meist ein Vermögen von mindestens 100 Millionen US-Dollar.
  • Die empfohlene Mindestgröße für ein Single Family Office liegt bei 500 Millionen Schweizer Franken.
  • In Deutschland gibt es mindestens 300 Single Family Offices.

Einführung in das Family Office

Ein Family Office ist eine spezialisierte Einrichtung, die vermögende Familien in der Vermögensverwaltung unterstützt. Diese Büros bieten maßgeschneiderte Dienstleistungen, die weit über das traditionelle Finanzwesen hinausgehen. Sie sichern die finanzielle Zukunft der Familien nachhaltig.

Family Offices bieten eine breite Palette an Dienstleistungen an. Dazu gehören individuelle Vermögensplanung und Vermögensmanagement über verschiedene Anlageklassen. Sie integrieren auch unternehmerische und philanthropische Aktivitäten. Single-Family Offices benötigen ein Mindestkapital von 100 Millionen USD und die Gründungskosten können im ersten Jahr 500.000 bis 1,5 Millionen USD betragen.

Die jährlichen Betriebskosten eines Family Offices liegen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen USD. Schlüsselpositionen wie der Chief Investment Officer (CIO) und der Chief Operating Officer (COO) erhalten hohe Gehälter. Der CIO kann zwischen 300.000 und 500.000 USD jährlich verdienen, der COO zwischen 200.000 und 400.000 USD.

Family Offices müssen auch in Technologie investieren. Softwarelösungen wie Masttro kosten zwischen 40.000 und 100.000 USD jährlich. Die Miet- und Infrastrukturkosten für Büroräume belaufen sich auf 70.000 bis 200.000 USD jährlich. Indirekte Kosten für Governance, Compliance und Arbeitsabläufe liegen bei 75.000 bis 150.000 USD jährlich.

Familien mit Portfolios von 1 Milliarde USD investieren zunehmend in alternative Anlageklassen. Dazu gehören Immobilien, Private Equity und Passion Investments, wie Kunstsammlungen, die oft über 100 Millionen USD wert sind. Die Verwaltung dieser nicht-traditionellen Vermögenswerte ist komplex.

In der heutigen Welt erkennen 76% der Family Offices die Inflation als größte Gefahr. 72% sehen geopolitische Unsicherheiten als Bedrohung. Cyber-Risiken werden von 42% der CEOs als größte Bedrohung betrachtet. 60% der Family Offices haben keinen Notfallplan für unvorhergesehene Ereignisse.

Geschichte und Hintergrund des Family Office

Die Vermögensverwaltung hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. In den USA entstanden die ersten Family Offices, inspiriert von Familien wie den Morgans und Rockefellern. Diese Familien gründeten eigene Gesellschaften, um ihr Vermögen effektiv zu verwalten. So entstand das moderne Family Office.

Das Konzept verbreitete sich schnell in Kontinentaleuropa. Dort liegt der Fokus auf der Bewahrung und Vermehrung des Familienvermögens. Im Gegensatz dazu legen US-amerikanische Family Offices mehr Wert auf umfassende Dienstleistungen und den Familienzusammenhalt.

Die Entwicklung von Family Offices wurde durch die Bedürfnisse wohlhabender Familien geprägt. In Europa sind Familienmitglieder oft direkt in Entscheidungen involviert. In den USA hingegen bevorzugen manche eine strukturiertere Herangehensweise. Die Evolution von Single zu Multi Family Offices zeigt sich auch in der zunehmenden Spezialisierung und dem Aufkommen neuer Dienstleister.

Family Offices müssen heute komplexe Vermögensstrukturen verwalten. Diese entstehen oft aus Erbschaften oder dem Verkauf von Familienvermögen. Um diese zu managen, sind detaillierte Asset-Analysen notwendig. Dabei werden verschiedene Anlageklassen wie bankfähige Vermögenswerte, Immobilien, Private Equity und Kunst berücksichtigt.

Hauptaufgaben eines Family Office

Ein Family Office übernimmt vielfältige Aufgaben, die weit über die Vermögensverwaltung hinausgehen. Zu den Kernkompetenzen gehört die strategische Vermögensplanung. Hierbei werden langfristige finanzielle Ziele definiert und umgesetzt. Die Auswahl und Überwachung von Investmentmanagern ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Anlagestrategien effektiv zu verfolgen.

Ein weiterer zentraler Bereich ist das Vermögenscontrolling. Dazu zählen Buchhaltung, Controlling und Berichterstattung. Diese Funktionen sind entscheidend für den Vermögenserhalt. Sie sorgen für Transparenz und Kontrolle über das Vermögen. Zudem bietet ein Family Office umfassende Rechts- und Steuerberatung an. Diese Leistungen werden entweder intern erbracht oder an externe Experten delegiert, um Qualität und Effizienz zu maximieren.

Nachfolgeplanung und Risikomanagement stehen ebenfalls im Fokus. Die Nachfolgeplanung sichert den reibungslosen Übergang von Vermögenswerten an die nächste Generation. Das Risikomanagement zielt darauf ab, potenzielle Risiken zu erkennen und zu minimieren. So sichert das Family Office den langfristigen Vermögenserhalt. Dabei analysieren sie eine Vielzahl von Vermögensverwaltern, um die besten auszuwählen.

Family Offices bieten zudem administrative Unterstützung und fungieren als zentrale Koordinationsstelle. Diese Rolle ist entscheidend, um die vielfältigen Anforderungen eines großen privaten Vermögens zu bewältigen. Das Digitale Family Office von Breidenbach von Schlieffen & Co. beispielsweise unterstützt bereits bei einem Wertpapiervermögen ab € 100.000.

Durch ihre umfassende Expertise und intensive Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern trägt ein Family Office wesentlich zum Vermögensaufbau bei. Es bietet eine ganzheitliche Finanzdienstleistung, die auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele der Familie abgestimmt ist.

Single Family Office vs. Multi Family Office

In der Welt der Family Offices gibt es zwei Hauptarten: das Single Family Office (SFO) und das Multi Family Office (MFO). Beide dienen der Verwaltung und Vermehrung des Familienvermögens, jedoch auf unterschiedliche Weise.

Ein SFO konzentriert sich ausschließlich auf eine einzelne Familie. Es bietet hochgradig maßgeschneiderte Lösungen, die genau auf die speziellen Bedürfnisse dieser Familie abgestimmt sind. Diese Differenzierung in Family Offices ermöglicht es, Strategien und Ziele direkt nach den Wünschen der Familie zu gestalten und umzusetzen. Diese hohe Individualisierung bringt jedoch auch hohe Kosten mit sich, insbesondere für den Aufbau und Betrieb eines SFO. Daher eignen sich SFOs insbesondere für Ultra-High-Net-Worth-Individuals (HNWI) mit einem Vermögen von über 250 Millionen Dollar.

Im Gegensatz dazu betreut ein MFO mehrere Familien. Er kann durch die Bündelung von Ressourcen Skaleneffekte nutzen. Dies führt oft zu einer deutlichen Senkung der Verwaltungskosten im Vergleich zu einem SFO. Ein MFO bietet eine breite Palette von Dienstleistungen, darunter Investmentberatung, Finanzplanung und Nachlassplanung. Er kann so auf die verschiedenen Bedürfnisse der verschiedenen Familien eingehen. Die Verteilung der Kosten über mehrere Familien macht MFOs zu einer kosteneffektiven Alternative für Familien mit moderaterem Vermögen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Multi Family Offices ist die Möglichkeit der Investitionsbündelung. Diese führt zu größerer Hebelkraft und geringeren Kosten. Durch das Teilen von Fachwissen und Ressourcen können MFOs eine umfassende Betreuung bieten. Sie übertrifft oft die individuellen Dienstleistungen eines SFOs. Zudem beschäftigen MFOs Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, um den diversen Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden.

Die Entscheidung zwischen SFO und MFO hängt stark von der finanziellen Situation, den Zielen und Präferenzen der Familie ab. Während ein SFO ein hohes Maß an Kontrolle und Individualisierung bietet, stellt ein MFO eine wirtschaftlichere Lösung dar. Er bietet umfassende und qualifizierte Vermögensverwaltungsdienste. Diese Differenzierung in Family Offices ist entscheidend für Familien, die eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Vermögensverwaltung suchen.

Rechtliche und regulatorische Anforderungen

Family Offices unterliegen spezifischen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen, die je nach Land variieren können. In Deutschland gibt es keine gesetzliche Definition von \“Family Office\“. Doch sind Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäfte gesetzlich geregelt. Die Bundesanstalt muss eine schriftliche Erlaubnis erteilen, um diese Dienstleistungen gewerbsmäßig anzubieten. Dazu gehören das Finanzkommissionsgeschäft, Depotgeschäft, Anlagevermittlung und -beratung.

Wichtige Elemente der Compliance für Family Offices sind in § 1 Abs. 1 Satz 2 und § 1 Abs. 1a Sätze 2 und 3 KWG festgelegt. Anlagevermittlung, -beratung und -verwaltung, Finanzportfolioverwaltung und Eigenhandel benötigen spezielle Genehmigungen. Beispielsweise ist die Anlagevermittlung in § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 und die Finanzportfolioverwaltung in § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG geregelt.

Compliance-Maßnahmen sind für Family Offices, die Finanzdienstleistungen anbieten, besonders wichtig. Sie sichern die ordnungsgemäße Verwaltung von Klientengeldern. Unternehmen, die Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäfte nur für eigenverbundene Unternehmen anbieten, sind gemäß § 2 KWG von der Erlaubnispflicht befreit.

Private Family Offices, die Finanzinstrumente im Auftrag verwalten, müssen spezielle Regelungen beachten. Sie müssen professionell und im besten Interesse ihrer Klienten handeln. Die Erlaubnispflicht für eigengeschäftliche Tätigkeiten ist in § 32 Abs. 1a Satz 1 und 2 KWG geregelt. Zudem ist die Familie umfassend definiert, was auch entferntere Verwandte einschließt.

Family Offices, die das Privatvermögen ihrer Gesellschafter verwalten, gelten in der Regel als Tochterunternehmen. Sie handeln erlaubnisfrei, wie § 2 Abs. 1 Nr. 7 KWG beschreibt. Dies gilt besonders für private Family Offices, die ihre Dienste auf den engsten Familienkreis beschränken. Es ist wichtig, dass Family Offices die aktuellen Regulierungen für Family Offices genau beachten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und ihren Mandanten Sicherheit zu bieten.

Investmentstrategien und -philosophien

Family Offices nutzen eine Vielzahl von Anlagestrategien, die auf langfristigen Vermögenserhalt und individuelle Risikopräferenzen ausgerichtet sind. Sie kombinieren liquide Anlagen wie Anleihen, Aktien und Rohstoffe mit illiquiden Investitionen wie Immobilien, Private Equity und Venture Capital. Diese Strategie zielt darauf ab, das Vermögen langfristig zu sichern und zu wachsen.

Im Vergleich dazu sind Cash und Anleihen in den Portfolios relativ rar. Aktien, Private Equity und Direktbeteiligungen hingegen spielen eine wesentlich größere Rolle. Dies unterstreicht die Bedeutung von langfristigem Wachstum und strategischen Unternehmensbeteiligungen in den Anlagestrategien von Family Offices.

Nachhaltigkeit gewinnt ebenfalls an Bedeutung, besonders bei jüngeren Generationen. Viele Family Offices berücksichtigen nun ESG-Kriterien bei ihren Investitionsentscheidungen. Diese nachhaltigen Anlagestrategien beinhalten Impact Investments und Ressourcenknappheit. 47% der Befragten berücksichtigen dabei Klimabilanz und Wasserverbrauch.

Illiquide Anlagen, wie Infrastruktur-Investments in Wind- und Solaranlagen, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Kunst, Oldtimer und Bitcoins finden sich ebenfalls in einigen Portfolios, obwohl sie seltener sind.

Die Professionalisierung und der Einsatz moderner Technologien sind ebenfalls entscheidend. Rund 90% der Family Offices sehen Cybersecurity und Digitalisierung als große Herausforderungen. 64% betrachten ein umfassendes Risikomanagement als unerlässlich.

Ein Single Family Office ist für Vermögen ab 200 Millionen Euro sinnvoll, mit Kosten unter 0,5% p.a. Die Gründung kann jedoch schnell über 1 Million Euro kosten. Dies unterstreicht die Wichtigkeit sorgfältiger Planung und Umsetzung der Vermögensallokation für langfristigen Vermögenserhalt und Wachstum.

Wesentliche Vorteile eines Family Office

Die Vorteile der Family Offices sind vielfältig. Sie bieten maßgeschneiderte Betreuung, speziell für vermögende Familien. AURETAS, ein Beispiel, betreut über 400 Mandantenstämme und verwaltet mehr als 4 Milliarden Euro Vermögen. Ein Team von 50 Experten sorgt für individuelle Vermögensverwaltung.

Ein wichtiger Vorteil ist die Optimierung der Kontrolle und Transparenz über Vermögenswerte. AURETAS bietet durch Modellrechnungen und ein Onlineportal einen umfassenden Überblick. Digitalisierung ermöglicht es, stets informiert zu bleiben.

Die individuelle Vermögensverwaltung beinhaltet zielgerichtete Planung. Der AURETAS Anlagekompass teilt Vermögen in Absicherung, Ernte und Chance. Dies sorgt für eine passgenaue Umsetzung der Ziele. Die Struktur ist kosteneffizient und steueroptimiert, was in der heutigen rechtlichen Landschaft von Vorteil ist.

Ein weiterer Vorteil ist die zentrale Koordination vieler Dienstleistungen. AURETAS unterstützt bei alternativen Anlagen und bietet Sekretariatsdienste sowie Nachfolgeplanung. Dies spart Zeit und ermöglicht mehr familiäre Aktivitäten.

Family Offices, wie AURETAS, unterstützen auch in konfliktbehafteten Situationen. Sie finden langfristige Lösungen für das Familienvermögen. Die steigende Komplexität der Familienstrukturen und Vermögensverwaltung macht professionelle Unterstützung unerlässlich.

Praxisbeispiele erfolgreicher Family Offices

In Europa, vor allem in Großbritannien und dem DACH-Raum, finden sich die meisten Family Offices. Die Campden Wealth Global Family Office Study 2022 zeigt, dass 27 Prozent des europäischen Marktes von Family Offices in der DACH-Region dominiert werden. Dies unterstreicht die starke Präsenz erfolgreicher Family Offices in dieser Region.

Die großen Unternehmerfamilien sind ein Paradebeispiel für innovative Vermögensverwaltung. Sie konnten durch proaktives Management über Generationen hinweg Vermögen schützen und verwalten. Family Offices spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die UBS-Studie 2023 gibt Aufschluss über den Gesamtwert der verwalteten Vermögen. 230 befragte Family Offices verwalten knapp 500 Milliarden US-Dollar. Campden Wealth schätzt den weltweiten Gesamtwert auf knapp 400 Milliarden US-Dollar, wobei rund 150 Milliarden US-Dollar in Europa liegen.

Family Offices in Europa haben laut einer PWC-Studie vermehrt in Unternehmens- und Immobilieninvestitionen investiert. Über zehn Jahre hinweg haben vier Family Offices in über 100 Immobilien- oder Unternehmensdeals investiert. Das erfolgreichste Family Office hat dabei fast 300 Deals von 2012 bis 2021 abgeschlossen.

Die meisten Deals fanden im Immobiliensektor statt, gefolgt von Technologie und Gesundheitswesen. Ein deutsches Family Office gehört zu den zehn aktivsten in Europa. Dies zeigt die hohe Leistungsfähigkeit und Aktivität der erfolgreichen Family Offices in dieser Region.

Die Rolle der Digitalisierung in den Family Offices

Die Digitalisierung in der Vermögensverwaltung wird in Family Offices immer wichtiger. Durch moderne Technologie im Family Office wird die Vermögensverwaltung effizienter. Es gibt bessere Datenanalyse- und Reportingsysteme sowie verbesserte Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Die richtige Besetzung ist entscheidend. Family Offices haben oft Schwierigkeiten, digitales Talent zu finden. Trotzdem steigt das technische Wissen der Mitarbeiter deutlich. Experten in Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Tools sind unverzichtbar, um die Datenflut zu bewältigen.

KI-Tools im Controlling sind notwendig, um KPIs für jedes Unternehmen zu entwickeln. Sie messen Profitabilität und verbessern den Kundenkontakt. Moderne Softwarelösungen, die eine „single-source-of-truth“ bieten, sind für effizientes Reporting und Controlling wichtig.

Trotz der Möglichkeiten sind viele Family Offices noch unzureichend ausgestattet. Dies schafft Diskrepanzen zwischen den Erwartungen junger Talente und der Realität. Schulungen und Weiterbildungen sind daher entscheidend, um diese Talente zu binden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die digitale Wertschöpfung. Family Offices sollten zukünftige Unternehmensakquisitionen digital bewerten. Private Equity hat über Jahrzehnte hinweg andere Anlageformen übertrumpft.

Familienbüros stehen vor der Herausforderung, den technologischen Wandel zu meistern. Dies gilt besonders für kleinere Family Offices. Die Kosten für hochqualifizierte Mitarbeiter und spezialisierte Software steigen. Dennoch wird die Konsolidierung kleinerer Familienbüros erwartet.

Der langfristige Erfolg der Family-Office-Branche hängt von der Balance zwischen Technologie, Standardisierung und menschlicher Kompetenz ab. Softwareanbieter müssen innovativ und flexibel sein, um den gesetzlichen Anforderungen und Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.

Voraussetzungen für die Gründung eines Family Office

Ein erhebliches Vermögen ist ein Muss für die Gründung eines Family Office. Oftmals liegt dieses Vermögen bei mindestens 100 Millionen Dollar. Eine empfohlene Vermögensgröße für die Gründung eines Family Offices beträgt etwa 80 Millionen Franken. Bei einem Vermögen unter 80 Millionen Franken wird der Anschluss an ein Multi Family Office oft empfohlen.

Wichtige Startvoraussetzungen sind nicht nur das Vermögen. Eine klare Struktur und Governance sind ebenso wichtig. Fast 80% der Family Offices legen großen Wert auf eine klare Family Governance. Dies dient dazu, die Interessen aller Familienmitglieder zu wahren. Eine steuerlich optimierte, rechtlich umsetzbare und einfach vererbbare Struktur ist unerlässlich.

Die durchschnittlichen Kosten für ein Family Office liegen bei 0.6%. Die Gründung einer kleinen Family Office-Struktur kann bereits 470.000 Franken kosten. Der jährliche Betriebskostenanteil eines Family Offices liegt zwischen 1% und 2% des verwalteten Vermögens.

Das Team ist von großer Bedeutung. Professionelle interne und externe Teammitglieder sind unerlässlich. Die Mehrheit der Family Offices (ca. 70%) sind Single Family Offices. Multi Family Offices machen etwa 30% aus. Die Auswahl des richtigen Modells ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Angesichts dieser Startvoraussetzungen wird die Gründung eines Family Office oft erst bei einem gewissen Vermögen in Betracht gezogen. Über 50% der Familien mit mehr als 100 Millionen Euro Vermögen gründen ein Family Office. Daher ist es wichtig, dass Inhaberfamilien eine gründliche Planung und professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. So treffen sie die besten Entscheidungen für die Verwaltung ihres Vermögens.

Zukünftige Entwicklungen und Trends im Bereich Family Office

Die Zukunft der Family Offices wird stark von globalen Marktveränderungen und technologischen Fortschritten beeinflusst. Die Nutzung internationaler Strukturen für Diversifikation und Risikoverteilung wird zentral sein. 70 % der Family Offices erwarten für 2024 ein Wachstum des verwalteten Vermögens. Rund 80 % sehen ein Anstieg des gesamten Familienvermögens vor.

Nachhaltige und ethische Investitionen gewinnen an Bedeutung. Der Anteil der Family Offices, die in nachhaltige Investments investieren, stieg von 45 % auf 57 % im Jahr 2023. Dies zeigt den Trend hin zu nachhaltiger Vermögensverwaltung. Fast 46 % der Family Offices investieren bereits in nachhaltige Projekte.

Die Digitalisierung und Automatisierung bleiben ein zentrales Thema. 43 % der Family Offices planen, neue Technologien in diesem Jahr einzuführen. Dies soll Effizienz und Risikokontrolle verbessern. Durch moderne Technologien und Software können Family Offices ihre Dienstleistungen optimieren.

Family Offices setzen vermehrt auf externe Expertise. 30 % möchten mehr auf externe Experten zurückgreifen. Ein Drittel plant, mehr Drittdienstleistungen zu nutzen. Dies zeigt die Bedeutung spezialisierter Fachkenntnisse und innovativer Ansätze.

Personalentwicklung ist ebenfalls wichtig. Fast 40 % der Family Offices planen Neueinstellungen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dies soll die Teams stärken.

Zusammenfassend wird die Zukunft der Family Offices von Trends wie nachhaltigen Investments, Digitalisierung und externer Expertise geprägt. Diese Entwicklungen machen Family Offices fit für die Herausforderungen der modernen Vermögensverwaltung. Sie tragen nachhaltig zum Erfolg der betreuten Familien bei.

Fazit

Family Offices spielen eine zentrale Rolle im Vermögensmanagement von reichen Familien. Sie bieten maßgeschneiderte Lösungen, die über traditionelles Private Wealth Management hinausgehen. Im Gegensatz zu Banken, die Vermögen nach dem \“Hausbankprinzip\“ verwalten, agieren Family Offices als \“Trusted Advisors\“. Sie inventarisieren das gesamte Vermögen und erstellen eine Bilanz auf kommerziellen Grundsätzen.

Ein wesentlicher Vorteil eines Family Offices ist die individuelle Beratung und strategische Vermögensverwaltung. Dies ermöglicht es, langfristig den Familieninteressen gerecht zu werden. Durch enge Zusammenarbeit mit dem Prinzipal wird das Vermögen strukturell optimiert. Family Offices nutzen oft ein zeitbasiertes Gebührenmodell, was Transparenz fördert und potenzielle Interessenskonflikte vermeidet.

Trotz Herausforderungen wie Inflation und steuerlicher Belastungen erzielten fast 90% der europäischen Family Offices im Jahr 2023 eine Wertsteigerung ihres Vermögens. Investitionsstrategien konzentrieren sich zunehmend auf Nachhaltigkeit, wobei Real Estate, Aktien und Private Equity wichtig sind. Digitalisierung im Asset Management gewinnt an Bedeutung, mit 41% der Family Offices, die digitale Lösungen nutzen.

Family Offices bieten eine breite Palette an Dienstleistungen und bleiben ein unverzichtbarer Partner für vermögende Familien. Die Zukunft sieht dynamisch aus, mit Schwerpunkt auf den Bedürfnissen der nächsten Generation. Sie bieten proaktive, maßgeschneiderte Lösungen, um das langfristige Wohl der Familien zu sichern.

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